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Maria Montessori entwickelte ihre Pädagogik Ende des 19. Jahrhunderts in Zusammenarbeit mit Kindern aus benachteiligten Verhältnissen in Rom. Sie machte die Erfahrung, dass durch eine geeignete Ansprache und besondere Materialien die Lern-, Leistungs- und Entwicklungspotentiale nahezu aller Kinder entfaltet werden können, ihre kindliche Neugier und Freude am Experimentieren und Lernen geweckt und erhalten bleibt.

Grundlegend für die Montessori-Pädagogik ist, den Lernprozess der Kinder so zu gestalten, dass er den besonderen und individuellen Voraussetzungen und Bedürfnissen der Kinder entgegen kommt. Die Kinder erhalten die Möglichkeit, sich Lerninhalte entsprechend ihrer Lernweise und ihres Lerntempos möglichst selbständig zu erarbeiten. Dabei werden sie durch das auf die Bedürfnisse der Kinder abgestimmte Montessori-Material angeregt, unterstützt und gefordert. Ein wichtiges Grundprinzip bilden sowohl der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderungen als auch altersgemischte Klassen. Soziales Lernen - Kommunikation, gegenseitige Unterstützung, Teamfähigkeit etc. - erhält dabei einen hohen Stellenwert.


Gute Leistungen an Montessori-Schulen

Im Rahmen einer Auswertung der VERA-Lernstandserhebung 2004 wurde am Institut für Erziehungswissenschaftten der Westf. Wilhelms-Universität Münster der Leistungsstand von Viertklässlern an Montessori-Grundschulen im Vergleich zu anderen Regelschulen in NRW erhoben. Bei fast der Hälfte der Vergleichsfälle ergaben sich signifikant stärkere Leistungen der Montessori-Klassen, schwächere nur in Einzelfällen. Insbesondere fiel die Überlegenheit in Mathematik auf, ebenso der hohe Fördereffekt für Kinder in schwierigen Lernsituationen.

Diese Ergebnisse zu Leistungen von Montessori-Schulen stehen in Übereinstimmung mit aktuellen internationalen empirischen Untersuchungen.
So ergab eine Ende September 2006 in der weltweit renommierten Zeitschrift „Science” veröffentlichte empirische Untersuchung in den USA („Evaluating Montessori Education”) für 12jährige Montessori-Schüler gleichwertige Leistungen in Mathematik sowie differenzierte kreativere Leistungen im sprachlichen Bereich (Aufsätze) und ebenbürtige Leistungen in den anderen Lernbereichen.

Hervorhebenswert ist ferner, dass in dieser US-Studie eine deutliche Überlegenheit der 12jährigen Montessori-Schüler im Vergleich zu Regelschulen hinsichtlich ihrer sozialen Kompetenz ermittelt wurde, die auch schon bei fünfjährigen Montessori-Kindern festgestellt worden war. Da die untersuchten Gruppen hier nach dem Zufallsprinzip zusammengestellt wurden und damit andere Einflussfaktoren wie das Elternhaus weitgehend reduziert wurden, ist die Aussagekraft dieser Untersuchung besonders hoch. 

Hier können Sie eine Zusammenfassung der Studie (pdf) herunterladen.

Hier geht es zum Montessori-Zentrum der Westf. Wilhelms-Universität Münster.